Das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn ist ein Schlüsseldokument für den Entwicklungsweg der Kirche im Erzbistum. Im Vorwort zum Zukunftsbild schreibt Erzbischof Hans-Josef Becker im September 2014: „Was im Zukunftsbild als Text vorliegt und durch die verschiedenen Anlagen angereichert wird, soll zum Leben kommen und das Leben unserer Ortskirche prägen, Schritt für Schritt, aber konsequent. Diese Aufgabe liegt nun vor uns allen.“

These 5
Vertrauen schenken – Verantwortung übernehmen

Die Kirche von Paderborn vertraut darauf, dass Gott ihr alle nötigen Gaben schenkt. Miteinander dürfen Priester und Laien, Hauptberufliche und Ehrenamtliche, Frauen und Männer es wagen, wechselseitig Vertrauen zu schenken und Verantwortung zu übertragen und zu übernehmen. Dies gelingt, wenn gegenseitiges Interesse und Aufmerksamkeit das Miteinander prägen.

Vertrauen schenken – Verantwortung übernehmen

Verbände laden zur Mitarbeit ein. Verbände leben Demokratie.
Wir trauen jedem Menschen verantwortliches Handeln zu.

Eine Gärtnerin braucht Vertrauen. Sie sät, sie düngt, sie gießt – und sie wartet geduldig. Sie zieht nicht an den Pflanzen – das würde zerstören. Die zarten Wurzeln, die sich gebildet haben, würden verletzt. Sie vertraut, dass jemand anderes wachsen lässt.

So gärtnern die vielen Gärtnerinnen und Gärtner in den Verbänden, insbesondere auch in den Caritas-Konferenzen. Sie schenken Menschen, die Hilfe benötigen, Vertrauen. Sie säen die Saat der guten, wertschätzenden Worte. Sie gießen, indem sie manches Mal Soforthilfe leisten – durch Kleidung, Essensgutscheine, Geld. Sie düngen, indem sie als Sprachpatinnen Flüchtlinge begleiten, als Behördenbegleiterinnen benachteiligte Menschen den Weg auf Ämter erleichtern.

Und alles gärtnerische Wirken geschieht im Vertrauen, diese Wege nicht allein zu gehen. Sie vertrauen darauf: ER geht mit, ER begleitet, ER schenkt Hoffnung in ausweglosen Situationen, ER lässt wachsen. Diese vertrauende Haltung ermöglicht es, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für den Garten Gottes, besonders aber für alle an den Rand Gedrängten.

Menschen in den Caritas-Konferenzen sehen sich in der Tradition der Heiligen Elisabeth von Thüringen, deren Wahlspruch es war: „Wir müssen die Menschen froh machen“. Das ist der Dünger, den Menschen bis heute in Besuchsdiensten zu Kranken und Senioren bringen: mit offenen Ohren für die Sorgen der Menschen, mit tröstenden und Hoffnung schenkenden Worten, im Mitgehen durch Einsamkeit und Trauer. Und in der Nachfolge des Heiligen Vinzenz von Paul gärtnern sie gemeinsam, sie treffen sich regelmäßig, tauschen sich über Nöte aus und suchen im kollegialen Austausch nach Lösungen: lat. conferre = zusammentragen – daher auch der oft irritierende Name Konferenz. 17.000 Ehrenamtliche in den Caritas-Konferenzen unseres Erzbistums übernehmen Verantwortung – gemeinsam. Für Bedrängte genauso wie für die Entwicklung unseres Erzbistums, indem sie ihre Perspektiven des diakonischen Handelns in Gremien und Entwicklungen einbringen.

Leonie Jedicke,
ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn e.V.

Caritas-Konferenzen im Erzdiözese Paderborn e.V.

Die Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn e.V. sind ein katholischer Verband von Menschen, die sich ehrenamtlich und caritativ in Gemeinden und Einrichtungen einsetzen. Unser Netzwerk verbindet mehr als 17.000 Frauen und Männer, die in Pfarreien und Gemeinden, in Altenheimen oder Krankenhäusern, in Besuchsdiensten und sozialen Initiativen unterschiedlichen Notlagen entgegenwirken wollen.

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